|
Union Of Knives - Violence & Birdsong (MV) |
von Ivana | Dienstag, 14. November 2006
|
ooooo (Elektrorock/Triphop) // Die Glasgower Union Of Knives vereinen auf ihrem monumentalen Debüt das Beste von Massive Attack, Nine Inch Nails und Radiohead.
Mit der Einschränkung, dass Massive Attack den Himmel vollends verdunkeln, Nine Inch Nails einem gnadenlos die Pulsadern aufschlitzen und Radiohead dem Hörer bis an die Schmerzgrenze unsäglich die Ohren volljammern. Union Of Knives sehen das alles nicht ganz sooo hoffnungslos. Natürlich frönt man hier ebenfalls der verschrobenen, Drogen infizierten Düsterkeit; die Beats wummern brachial, die Synthesizer-Wände betören, vereinzelte Gitarren erzittern und zwei eindringliche Hauch-Stimmen - Frau und Mann - berichten direkt aus dem Innern Hannibal Lecters. Triphop resp. Elektro(rock) wie man sich ihn wünscht, wird hier dargeboten. Industrial und Ambient sind ebenfalls anwesend und tun ihr Übriges, um ein Gefühlstrip erster Güte zu gewährleisten. Wie der Name des Albums, "Violence & Birdsong", allerdings schon sagt, verschreibt man sich nicht vollends den gewalttätigen Fantasien, dem inneren Wahn, sondern wagt auch einige frohgemute Dur-Klänge zu spielen oder schafft Raum für wohligen Akustik-Flokati, ja für Licht spendende Sonnenstrahlen. Während Massive Attack stets zum nächsten Schuss antreiben, sprechen Union Of Knives das rettende "ABER..." aus. Es ist eben nicht alles ausschliesslich schlecht. Und nichts ausschliesslich gut. Diese Ambivalenz des Seins repräsentieren Union Of Knives mit ihrer Musik hervorragend, machen das Leben bzw. die Abgründigkeit zu einem Paradoxon, das treffender nicht hätte vertont werden können. Die von der Messervereinigung angebotene Lösung: Wenn schon von der Brücke springen, dann groovend und mit mindestens einem lachenden Auge.
(VÖ: 27/10/06)
>> Referenzen: Massive Attack, Radiohead, The Jesus & Mary Chain
|