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Post Industrial Boys - Trauma (RecRec) |
von Ivana | Donnerstag, 1. Februar 2007
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ooooo (Elektropop) // Beim lethargischen Mikropop der Post Industrial Boys wähnt man sich in einem Laufrad, das sich in Zeitlupentempo dreht. Und dreht und dreht und ...
Ein Bild, das beim Hören dieses Zweitlings der georgischen Truppe vor dem geistigen Auge ebenfalls erscheint, erinnert an eine Erzählung Dürrenmatts: Man sitzt im Zug, der still durch einen nicht endenden dunklen Tunnel fährt. Die Menschen im Zug starren entseelten Blickes und sich in versteinerter Pose befindend in die Weite. Leblos. Der Zug rattert leise und bewegt sich wiegend hin und her. Hin und her. Und man wünschte sich, der Zug würde wie bei Dürrenmatt ebenfalls in die Tiefe hinabfallen, doch bei George Dzodzuashvili und seinen Freunden ist uns diese Erlösung nicht vergönnt. Die Georgier malträtieren den Hörer während 70 endlosen Minuten mit langweiligstem Minimal-Elektropop. Easy-Listening at its worst, kombiniert mit retardierendem Bossa Nova und uncharmantem Chanson. Die Beats sind so platt und sich ewig wiederholend, dass es im Herzen weh tut. Da helfen auch die gelegentlichen Keyboards und Streicher nicht. Die Vokalisten tun ihr Übriges, um den Rezipienten vollends - der Albumtitel hält, was er verspricht - zu traumatisieren: Es wird gehaucht, was das Desinteresse hält. Da darf man sich schon fragen: Wo bleibt das Feuer? Einzig das ebenfalls phlegmatische Cover von Lou Reeds "Take A Walk On The Wild Side" lässt hysterisch auflachen. Verarschen kann ich mich wirklich selber. Na ja, wenigstens besitzen die post-industriellen Jungs ein Gespür für Selbstironie.
"Trauma" ist ein wirklich trauriges Stück Musik im wahrsten Sinne des Wortes und eignet sich ausschliesslich für halbtote, desinteressierte Depressive. Mehr gibt's dazu nicht zu sagen.
(VÖ: 03/11/06)
>> Referenzen: keine
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