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Miossec - L'étreinte (MV) |
von Ivana | Dienstag, 19. September 2006
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ooooo (Chanson) // Auf seinem sechsten Studioalbum lädt Chansonier Christophe Miossec musikalisch gereift und textlich gedankenreich zur weissen Hochzeit von Nonchalance und Melancholie.
Untermalt wird die stilvolle, frankophone Feier von typisch Singer-Songwriter'schen Instrumenten. Das Piano spielt zum engumschlungenen Tanz, die Gitarre zupft die Melodie des Lebens, das Schlagwerk applaudiert dem Brautpaar und die Streicher weinen sanft. Miossec selbst, gewissermassen Pfarrer, singt, ab und an etwas gar herzzerreissend und Pathos erfüllt, von glücklicher und unglücklicher Liebe, allseits bekannter Freude und erfahrenem Leid, dem Lauf des Lebens, der Melancholie. Nichts lässt der augenzwinkernde Philosoph aus, erfasst das Dasein in seiner Ganzheit, parliert umsichtig von guten und schlechten Zeiten, ja sogar von Maman. Er liefert, was zu erwarten war. Stilistisch zeigt sich der Franzose reich: Ruhige Pianoballaden findet man genauso wie zurückhaltende Rocksongs und süsse Popperlen, die einem eine imposante Zuckerwatte in den Rachen stossen. Weniger Kitsch wäre manchmal vielleicht mehr Genuss. Nichtsdestotrotz ist die herbstliche Umklammerung dieses ungewöhnlichen Paares ein Fest fürs seufzend Herz, eine Träne auf die kalte Wange, verlegen weggewischt. Wir lachen und weinen zugleich, dem Virtuosen zustimmend: "La mélancolie c’est communiste / Tout le monde y a droit de temps en temps."
(VÖ: 18/08/06)
>> Referenzen: Alex Beaupain, Mickey 3D, Fred Poulet
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