Selten wurde dabei das Scheitern - wie der Albumtitel "Failing Songs" programmatisch ankündigt - per se so perfekt vertont. Wenn alle Hoffnung bereits gestorben ist, kommt Matt Elliott, um ihr mit dem Hammer noch den Schädel zu zertrümmern, um auf Nummer sicher zu gehen.
Matt Elliott spiele zur Chilbi für Tote auf, meinte einst ein Freund. Recht hatte er. Der Hörer wird am Ende dieses musikalischen Martyriums innerlich nämlich zweifelsohne tot sein. Zu unterträglich ist das Gehörte, zu zerstörend das Wehklagen des flüsternden Männerchors, zu sägend die Geigen, zu melancholisch die slawischen Elemente (etwa Handorgel u.a.), zu sehr sich verabschiedend das Piano, zu sehr Geister heraufbeschwörend die Flöten, zu dahinsiechend die Gitarre, der mit scheinbar letzter Kraft sich stets wiederholende Klänge entlockt werden. Alles scheint ein abschliessendes Mal zum Wahnsinn anzuheben, bevor man sich auf die letzte Reise macht.
"Failing Songs" ist - obgleich oder gerade wegen seiner Eindringlichkeit, seiner Brutalität - ein Faszinosum, dem sich kaum einer wird entziehen können; ein musikalisches Unikat, das endlich Neues bietet, neue Wege einschlägt. Vor allem aber ist "Failing Songs" akzeptiertes Sterben, genossenes Untergehen, gewolltes Ertrinken. Kurzum: Leben.
(VÖ: 16/10/06)
>> Referenzen: keine (nein, wirklich nicht)