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M. A. Numminen - Singt Heinrich Heine (RecRec) |
von Ivana | Dienstag, 19. September 2006
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ooooo (Avantgarde) // Passend zum Heine-Jahr veröffentlicht die Kultfigur des finnischen Undergrounds einen schneidigen, avantgardistischen Songzyklus, dem 12 Gedichte Heinrich Heines zu Grunde liegen.
Diese – meist modifiziert - werden der geneigten Hörerschaft von Numminens Allerweltsstimme relativ monoton mit rollendem R vorgetragen und musikalisch etwa von einem Vibrafon, einem Schubert’schen Streichquartett, Klavier und elektronischem Schlagwerk begleitet. Electronica trifft auf rappende Liedermacherkunst, sozusagen. An eine Kinderfasnacht oder Intellektuellenparty gemahnend, lassen sich auf dem kuriosen Silberling mehrere Stile ausmachen. So bewegt man sich tolldreist zwischen Tango, Walzer, Ambient und Pseudoklassik und entsendet diese Heine-Huldigung in den Äther schräger, Schauder erregend alternativer Musik. Gewiss, wunderlich und juxig ist es – zumindest bisweilen – allemal, aber auch ungemein anstrengend und mitunter gar prätentiös. Heinrich Heine, seinerzeit keine Polemik scheuend, würde es womöglich interessant finden, denn seinen Fehdehandschuh in des Hörers Gesicht schleudern tut Numminen allemal. Die Autorin dieser Zeilen jedoch zieht es vor, die wunderbare Kost des Meisters im stillen Kämmerlein vollwertig zu goutieren. Nichtsdestotrotz: Auf Heine, zum 150.! (Todestag, versteht sich.)
(VÖ: 13/09/06)
>> Referenzen: Einstürzende Neubauten, Ludwig Hirsch, Heinrich Heine
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