|
Heavens - Patent Pending (Phonag) |
von Ivana | Donnerstag, 19. Oktober 2006
|
ooooo (New Wave/Indie) // The Smiths waren wirklich gut. Dessen wird man sich bewusst, wenn Bands wie Heavens gleichermassen mit schizophrenem Zynismus über in Ofen schmorende Köpfe oder mordende Nachbarinnen singen - und so tun, als wär' nichts dabei.
Musikalisch frönen Matt Skiba (Vocals, Synthesizer, Texte) und Josiah Steinbrick (Gitarre, Bass, Programming, Streicherarrangements) aus Los Angeles dabei nicht nur den Smiths, sondern lassen auch an Miesepeter wie Joy Division, The Sisters Of Mercy oder Interpol denken. Vergleiche mit eben Genannten müssen sie nicht scheuen, wenn sie auf druckvollen Stücken wie "Gardens" oder "Patent Pending" hämmernde Drumcomputer-Sounds mit schweren Bassläufen vereinen, um dazu mit monoton emotionsloser Stimme aus dem Hinterzimmer von Schwester Morbidität zu berichten. Die Wolken am Himmel dürften sich hierbei nicht nur in der Provenienz verdichten. Heavens beschränken sich allerdings nicht nur auf monotones 80er-Gepoltere, sondern zeigen auch Mut zu unbeschwertem, locker-luftigem Gitarrengeklimper à la The Smiths ("Dead End Girl") und schwelgerischen Streicherarrangements ("Heather"). Das Pathos bleibt allerdings meist gezügelt, Zurückhaltung und Minimalismus sind angezeigt. Trotzdem gelingen Heavens grosse Melodien und ein paar der eindrücklichsten, schwermütigsten Songs des Jahres. "Patent Pending" ist der perfekte Soundtrack für neblige, kalte Tage. Perfekt für jetzt also.
(VÖ: 08/09/06)
>> Referenzen: The Stills, The Smiths, Interpol
|