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Fiji [CH] - Le Loup (RecRec) |
von Ivana | Freitag, 23. März 2007
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ooooo (Elektropop) // Die Schweizer Fiji konkurrieren auf ihrem Zweitling mit Goldfrapp um die bessere elektropoppige Synthese von Erotik, Glamour und Ironie.
Der Vergleich mit Goldfrapp drängt sich förmlich auf, gibt sich das Dreiergespann aus Bern doch demselben lasziven, vom Synthie-Gedudel der 80er inspirierten Discopop anheim. Der Bass pulsiert, die Beats stampfen keck über den Tanzboden und die Frontfrau säuselt lasziv ins vergoldete Mikrofon, das Kleid mit Pailletten besetzt, den Mund rot bemalt und frech mit den Augen zwinkernd. Im Gegensatz zu Alison Goldfrapp, die englisch singt, werden die Hörer bei Fijis femme fatale Simone de Lorenzi - hauptberuflich Übersetzerin im Bundeshaus - allerdings mit frankophonen "Ooh-la-las" umgarnt, was das Ganze gleich noch eine Prise plus sexy gestaltet. Nebst eher ruhig-lässigen Lounge-Nummern finden sich auf "Le Loup" auch schnellere, beinahe schon aneckend-punkige Stücke und eingängige Elektropop-Schlager, was an die Dreigesichtigkeit der von einem Zirkuspionier gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfundene, mysteriöse Fiji-Meerjungfrau denken lässt. Simone de Lorenzi ist das (schein-)naive Rotkäppchen, die anmutige Grossmutter und der böse Wolf in einem. Sie ist es auch, die der Musik Fijis das gewisse Etwas verleiht, denn ohne sie würden sich die mit der Weile etwas zu einförmigen und sich wiederholenden Beats und Keys der Gebrüder Menk und Simon Schüttel womöglich im Nirgendwo des Disco-Breis verlieren.
"Le Loup" bringt zweifelsohne frischen, wenn nicht exotischen Wind in die Schweizer Büezer-Stube und vermag grösstenteils zu überzeugen. An Diva Alison Goldfrapp kommt das Berner Trio noch nicht heran, aber ich bin mir sicher, dass Fiji auf dem besten Weg sind, mindestens die ganze Schweiz um ihren Finger zu wickeln.
(VÖ: 26/02/07)
>> Referenzen: Goldfrapp, Vive La Fête, Client
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