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Andi Sex Gang - The Madman In The Basket (n/a) |
von Ivana | Donnerstag, 19. Oktober 2006
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ooooo (Alternative/Gothic) // Der als erster Goth geltende Meister des Grauens raubt der Hörerschaft mit seinem neuen musikalischen Gruselkabinett mindestens so viel Energie und Nerven wie ein mehrtägiger Schlafentzug.
"In defence of words, I'm your fucking wake up call!" Andi Sex Gang redet auf dem ersten Teil seiner neuen Albumtrilogie nicht lange um den heissen Brei und schmeisst einen ohne Vorwarnung in einen nach unten treibenden Wasserstrudel, in die brutale Realität. Anstatt den Hörer mit Pathos und klischierten Gruft-Gesängen resp. -Klängen gleich zu erschlagen, wählt Sex Gang die subtilere Art des Quälens und reisst dem Hörer sukzessive die Fingernägel aus.
Die 20 neuen Tracks sind musikalisch alle relativ ruhig gehalten und bestehen in ihrem Grundgerüst meist nur aus repetitiven Drums resp. elektronischen Beats und kreischenden Gitarren, die Andi Sex Gangs androgynen Sprechgesang zurückhaltend umschwärmen. Hie und da unterstützen düstere Piano- oder Orgelklänge und Synthesizer die eigentümlichen, nicht selten ordinären Verlautbarungen und auch das typisch Sex Gang'sche Jahrmarktelement macht auf dem einen oder anderen Stück die Runde. Textlich zeigt sich Andi Sex Gang in Höchstform, kein Blatt vor den Mund nehmend. So widmet er sich gleichermassen politischen wie sozialen und menschlichen Themen, die er stets mit einer eigentümlichen Grausamkeit schmückt: "The suicide nudes made the Princess turn blue, so it's go ahead for frozen babies in the hellfire roar of the joy-stick generation, the buzzland punch of those who kill together." Treffender und eindringlicher könnte man den Ist-Zustand der Welt nicht umschreiben.
"The Madman In The Basket" ist von der ersten bis zur letzten Sekunde Pein, schwere, unverdauliche Kost, der ultimative Abgesang auf die Gesellschaft, auf alles Positive, das übrig bleibt. Wer sich dies' Werk anhört, wird am Ende - wie der Maestro des Gothic treffend singt - tatsächlich nichts mehr weiter sein als ein "shit man, shit hole". Kaputt, müde, verstört. Leute mit Sinn fürs Morbide, Destruktive werden sich mit diesem Album immer und immer wieder malträtieren, andere es nicht wieder anfassen. So oder so bleibt "The Madman In The Basket" eine unvergleichliche Veröffentlichung, denn: Akkurater könnte der alltägliche Wahnsinn nicht vertont worden sein. "It's the violence of our own desire." Recht hat er.
(VÖ: 06/10/06)
>> Referenzen: Sexgang Children, The Deadfly Ensemble, Scott Walker
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