RADA!R: Protokoll
von Ivana | Samstag, 11. November 2006
  
ooooo (New Wave/Post Punk) // Protokoll aus Boston sehen aus wie eine dieser schlechten College-Bands - und sind der Beweis dafür, dass man weder Kajal noch Röhrlijeans zu tragen braucht, um sackstarke Musik zu produzieren.
Wer gestern am Chikinki-Konzert in Winterhur war, weiss, wovon ich spreche. Da stellen sich vier unscheinbare Jungs ohne Faschingsaufzug (man denke nur an gewisse Kollegen wie The Bravery, The Killers u.a.), ohne Attitüde auf die Bühne und spielen um ihr Leben, aufrichtig, mit Herz und Seele. Und wollen nicht etwas sein, das sie gar nicht sind. Was zu hören ist, ist höchst bemerkenswert, ja macht sprachlos. Selten wurde der New Wave so 80er getreu wieder zum Leben erweckt, selten Grössen wie The Chameleons oder Bauhaus tatsächlich das Wasser gereicht. Stimme, Drums, Bass und Synthesizer klingen alle so, wie man es sich wünschen würde und frönen gekonnt der stoischen Düsternis. Songs wie "D.N.R." oder "Holy Divine" überzeugen restlos; der Nebel wird gleich noch ein wenig dichter und man ist einfach nur glücklich. Bravo, schlicht b-r-a-v-o! Bleibt zu hoffen, dass mehr Leute auf Protokoll aufmerksam werden, denn die vier Jungs hätten es zweifelsohne verdient. In diesem Sinne, liebe Leserinnen und Leser: Nehmt's in euer Band-Protokoll auf.

(Anmerkung: Protokolls EPs sind hierzulande ausschliesslich im iTunes-Shop zu erwerben.)

>> Referenzen: The Chameleons, Interpol, Editors
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